Python Tutorial
- jetzt Python programmieren lernen

Variablen in Python einsetzen

Variablen dienen zum Speichern von Inhalten. Mit diesen Variablen kann man dann weitere Aktionen machen. Aber was ist eine Variable? Variablen sind wie ein Schrank mit vielen kleinen Schubladen. In jede Schublade kann nur 1 Inhalt gesteckt werden. Wird ein neuer Inhalt in eine Schublade gesteckt, fällt der alte Inhalt raus.

Unser virtueller Schrank hat beliebig viele Schubladen. Jetzt müssen wir natürlich irgendwie in Python sagen, welche Schublade wir nutzen möchten. Um eine bestimmte Schublade auszuwählen ist die Variante "dritte Schublade von rechts und zweite von oben" ein wenig unhandlich.

Daher benötigen wir ein System, dass handlicher ist und verständlich. Daher können wir unseren Schubladen Namen geben. So können wir Beispielsweise eine Schublade beschriften mit "vorname". Somit wissen wir, dass wir in dieser Schublade einen Vornamen finden.

Bei der Vergabe von Namen für unsere Variablen gibt es folgende Kriterien:

  • keine Leerzeichen

Um nun die Schublade zu nutzen, also etwas in der Schublade (Variablen) abzulegen wird dem Variablennamen über ein Gleichheitszeichen ein Inhalt zugewiesen.

vorname = 'Axel'

Wichtig ist, dass der Inhalt (hier der Name 'Axel') mit einfachen Anführungszeichen umschlossen wird (das neben der Enter-Taste – NICHT "accent circonflexe/grave"!).

Es können auch doppelte Anführungszeichen verwendet werden – wo der Unterschied liegt, wir später erklärt.

vorname = "Axel"

Dieses Umschließen ist aus zwei Gründen wichtig, da der Variableninhalt auch aus mehreren Worten bestehen kann. Somit umschließen unsere einfachen Anführungszeichen unseren Inhalt. Würde wir ganz auf Anführungszeichen verzichten, würde wir einer Variablen den Inhalt der zweiten Variablen zuweisen. Technisch funktioniert dies Problemlos – nur wenn es nicht gewünscht ist, dann kommen irritierende Ergebnisse!

Der Vollständigkeit halber:

vorname = Axel

Das klappt nicht. Wir bekommen eine Fehlermeldung "NameError: name 'Axel' is not defined". Warum? Hier versuchen wir der Variablen vorname den Inhalt der (jetzt kommt es) Variable mit dem Namen "Axel" zuzuweisen. Daher kommt es zu dieser Fehlermeldung.

Funktionieren würde (Über den Sinn kann man sich Gedanken machen):

Axel = "Test"
vorname = Axel

Wir können auch leere Inhalte zuweisen:

vorname = '' 

Das Beispiel sieht natürlich verwirrend aus, da 2 hintereinanderkommende einfach Anführungszeichen aussehen wir 1 doppeltes Anführungszeichen. Die Schreibweise mit doppelten Anführungszeichen sieht auch lustig aus.

vorname = ""

Was passiert aber, wenn wir das einfache Anführungszeichen als Inhalt benötigen? Also Wörter mit Apostroph – im deutschen wird das Hochkomma auch Apostroph genannt und wird zur kennzeichnet beispielsweise den Genitiv von Eigennamen oder Auslassungen (sorry für den Ausflug in die Grammatik der deutschen Sprache). Als Beispiel dafür " Ku’damm für Kurfürstendamm". Wollten wir nun aber den "Ku'damm" in einer Variablen nutzen:

strasse = 'Ku'damm'

Dann ergibt diese Nutzung Probleme! Warum. Python schaut nach dem Anfangs-Anführungszeichen und startet dann, alles danach bis zum nächsten einfachen Anführungszeichen dies der Variablen zuzuweisen. In unserem Fall wäre das dann "Ku". Mit dem Rest ist nun Python komplett verwirrt und weiß nicht mehr was tun und wirft mit einer Fehlermeldung nach uns: "SyntaxError: invalid syntax"

Um nun keine Katastrophe mit dem Apostroph zu erleben, müssen wir diesen "tarnen". Hier spricht man bei Programmiersprachen von "maskieren". Vor diesem Zeichen wird ein Backslash gepackt und die Welt ist für Python wieder in Ordnung

strasse = 'Ku\'damm'

Im Zusammenhang mit Variablen fallen Begriffe wie "string". Dahinter verbirgt sich, dass eine Zeichenkette (sprich "string") genutzt wird. Unterschieden werden z.B. Ganzzahlen, die dann als "int" (ausgeschrieben Integer bzw. Ganzzahl").

Konvention der Schreibweise

Kleinschreibung der Variablennamen

Variablennamen werden klein geschrieben. Das ist ein Abkommen, sprich Konvention, die Sinn macht, eingehalten zu werden. Dadurch weiß ein anderer Programmierer beim Lesen des Codes „Hey, hier handelt es sich um eine Variable“.

Unterstriche bei mehreren Wörtern

Besteht der Variablennamen aus mehreren Wörtern wird als Trennung der Unterstrich verwendet:

Beispiel Variablennamen mit mehreren Worten:

meine_variable = "Inhalt"

Sprechende Variablennamen

Ein Variablennamen sollte sprechend, also erkennbar sein, was in der Variablen gespeichert ist. Früher hat man lustig Variablennamen wie „x1“ oder „i3“ vergeben. Spätestens nach 2 Wochen wusste selbst der Programmierer des Codes nicht mehr so genau, was hinter der Variablen steckt (sobald das Programm ein wenig komplexer war als ein 3-Zeiler). Daher ist es sinnvoll, kurze aussagekräftige Variablennamen zu vergeben.

Variableninhalt über mehrere Zeilen

Wenn der Inhalt unserer Variablen über mehrere Zeilen gehen soll, weil wir z.B. Macbeths Hexenszene in einer Variablen ablegen wollen, dann klappt folgende Variante NICHT:

# FUNKTIONIERT NICHT!
macbethtext = "Schön ist häßlich, häßlich schön.
Wir weichen wie Wolken und Windeswehn."

Hier kommen nun 3 Anführungszeichen hintereinander zum Einsatz. Dadurch können wir über beliebig viele Zeilen den Inhalt der Variable schreiben:

macbethtext = """Schön ist häßlich, häßlich schön.
Wir weichen wie Wolken und Windeswehn."""

Wobei sowohl doppelte wir einfache Anführungszeichen funktionieren (nur müssen die gewählten Anführungszeichen sowohl am Anfang wie am Ende genutzt werden). Das letzte Beispiel mit einfachen Anführungszeichen:

macbethtext = '''Schön ist häßlich, häßlich schön.
Wir weichen wie Wolken und Windeswehn.'''

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